Kuppelkrippe

In dieser kuppelartig aufgebauten Figurengruppe scheint sich etwas zuzutragen, was alle Umstehenden in seinen Bann zieht. Genau wie die einzelnen Figuren verspürt der Betrachter das Verlangen, das unter dieser Kuppel Ver- und Geborgene zu erkunden. Man fühlt sich angezogen von dem nicht sichtbaren Zentrum. Man geht um die dicht gedrängt stehenden Figuren herum und sucht nach der Möglichkeit, einen Blick in das Innere zu erhaschen. Neugierig möchte man als Betrachter die Mitte erleben. Doch die Hauptperson, auf die sich alles konzentriert, bleibt unsichtbar und ist dennoch unglaublich präsent.

Man könnte in der Kuppel auch eine Krone sehen, die – als Symbol der Herrschaft – die Macht und die Würde des Neugeborenen zum Ausdruck bringt. Andererseits bergen die Figuren ein schutzloses Kind in ihrer Mitte. Die Geburt Jesu wird hier nicht in herkömmlicher, vertrauter Weise dargestellt, sondern in einer neuen Interpretation, deren herzliche Liebenswürdigkeit ihren Betrachter sogleich einnimmt. Die Künstlerin hat ihre Idee der Anziehung und Geborgenheit zur Darstellung des Weihnachtsgeschehens konsequent umgesetzt.

Ihr Humor zeigt sich in vielen kleinen Details, die der Betrachter beim Umgehen der „Kuppel“ nach und nach entdecken kann. Die formale Geschlossenheit der Komposition wirkt angenehm und zeugt von sicherem Gespür für Formen und Proportionen, dadurch wurde der Weihnachtsgeschichte stilsicher zu einer zeitgenössischen und fröhlichen Interpretation verholfen. Angesichts der Reduktion auf einfache Grundformen ist die „Kuppel“ im besten Sinne zeitgemäß.

2010 wurde die Kuppelkrippe mit dem Förderpreis der Dannerstiftung ausgezeichnet. 2015 wurde die Kuppelkrippe mit dem Lukas-Förderpreis für die zeitgenössische Darstellung des Weihnachtsgeschehens des Krippenmuseums Mindelheim ausgezeichnet. Seit 2017 ist die Kuppelkrippe als eingetragenes Design geschützt.